Machbarkeitsstudie zur Umnutzung einer Krankenhausstation
- Eda

- vor 2 Tagen
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Klinik Maingau vom Roten Kreuz – Frankfurter Rotkreuz-Kliniken e.V.
Wie können bestehende Krankenhausgebäude im Bestand langfristig weiterentwickelt werden, wenn sich Nutzungsanforderungen im Gesundheitswesen verändern?Diese Fragestellung stand im Mittelpunkt einer Machbarkeitsstudie zur Umnutzung einer Krankenhausstation, die wir im Auftrag der Frankfurter Rotkreuz-Kliniken e.V. für die Klinik Maingau vom Roten Kreuz in Frankfurt am Main erarbeitet haben.
Perspektivisch wird seitens des Bauherrn geprüft, einzelne Klinikstationen schrittweise außer Betrieb zu nehmen und diese einer neuen Nutzung als Personalwohnungen im Krankenhausbestand zuzuführen. Wie eine solche Umnutzung eines Klinikgebäudes grundsätzlich aussehen könnte und welche baulichen, technischen und genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen hierfür erfüllt sein müssen, wurde exemplarisch an der Station 3B im 3. Obergeschoss untersucht.
Zum Zeitpunkt der Machbarkeitsstudie werden alle Stationen der Klinik Maingau vom Roten Kreuz weiterhin regulär als Krankenhaus genutzt. Die Untersuchung diente daher ausschließlich einer vorausschauenden, strategischen Betrachtung möglicher zukünftiger Nutzungen und Entwicklungen.
Ausgangslage und Zielsetzung
Gegenstand der Machbarkeitsstudie war die Station 3B mit einer typischen Krankenhausstruktur aus Patientenzimmern, Nasszellen, Fluren, Technikräumen und Balkonen. Ziel war es, frühzeitig zu klären, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Umnutzung zu Personalwohnungen grundsätzlich möglich ist.
Im Fokus der architektonischen Machbarkeitsstudie standen insbesondere folgende Fragestellungen:
Eignung der vorhandenen Gebäudestruktur für eine Wohnnutzung
Bauliche und technische Anforderungen bei der Umnutzung eines Krankenhausgebäudes
Genehmigungsrechtliche Rahmenbedingungen im Austausch mit dem Stadtplanungsamt Frankfurt
Brandschutz, Barrierefreiheit und Erschließung im Bestand
Erste Variantenuntersuchungen und grobe Kostenschätzungen
Die Studie diente damit als fundierte Entscheidungsgrundlage für mögliche weitere Planungsschritte.

Methodisches Vorgehen
Bestandsaufnahme und Ortsbegehung
Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurde die Station 3B der Klinik Maingau vom Roten Kreuz umfassend untersucht. Die Bestandsaufnahme erfolgte im Zuge einer Ortsbegehung gemeinsam mit einem Mitarbeiter aus dem Bereich Technik der Klinik.
Dabei wurden unter anderem erfasst:
Raumstruktur und Zuschnitt der ehemaligen Patientenzimmer
Bestand der Sanitärbereiche und Steigzonen
Belichtung, Balkone und Erschließung
Zustand und Aufbau der technischen Anlagen
Diese Bestandsanalyse bildet eine zentrale Grundlage jeder Machbarkeitsstudie im Krankenhausbestand und ist entscheidend für eine realistische Bewertung der Umnutzung.
Enge Abstimmung mit Bauherr, Technik und Behörden
Die Machbarkeitsstudie wurde in enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Frankfurter Rotkreuz-Kliniken e. V. erarbeitet. Die Abstimmung erfolgte sowohl mit der Geschäftsführung im Bereich Finanzen und Strategie als auch mit der Leitung Technik und Bau.
Parallel dazu gab es Abstimmungen zwischen dem Bauherrn und dem Stadtplanungsamt Frankfurt, insbesondere zur genehmigungsrechtlichen Einordnung der Personalwohnnutzung. Diese frühzeitigen Gespräche waren ein wesentlicher Bestandteil der Machbarkeitsstudie und prägten deren weitere Ausrichtung.
Bauliche und technische Rahmenbedingungen
Gebäudestruktur und Nutzungspotenzial
Die Untersuchung zeigte, dass sich die typische Struktur einer Krankenhausstation grundsätzlich für eine Umnutzung zu Personalwohnungen eignet. Die vorhandenen Zimmergrößen, die bereits vorhandenen Bäder sowie die Balkone bieten gute Voraussetzungen für kompakte Wohneinheiten.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass eine Umnutzung gezielte Anpassungen erfordert, unter anderem:
Integration von Küchenzeilen
Anpassung der Grundrisse an Wohnstandards
Trennung von Wohn- und Erschließungsflächen
Gebäudetechnik, Brandschutz und Barrierefreiheit
Ein wesentlicher Bestandteil der Machbarkeitsstudie für ein Klinikgebäude war die Bewertung der vorhandenen Gebäudetechnik. Betrachtet wurden unter anderem:
Elektro-, Wasser- und Heizungsversorgung
Möglichkeiten zur Schaffung getrennter Zähler je Wohneinheit
Anpassungsbedarf bei Sanitär und Lüftung
Auch Brandschutz und Barrierefreiheit spielten eine zentrale Rolle. Die vorhandenen Aufzüge bieten grundsätzlich eine gute Basis für eine barrierefreie Erschließung, müssen jedoch im Hinblick auf Maße, Türbreiten und Ausstattung überprüft werden.
Genehmigungsrechtliche Einordnung
Ein zentraler Bestandteil der Machbarkeitsstudie war die Klärung der genehmigungsrechtlichen Rahmenbedingungen. In Abstimmung mit dem Bauherrn und dem Stadtplanungsamt Frankfurt wurde festgestellt, dass auf dem Grundstück keine freie Wohnnutzung zulässig ist, Personalwohnungen jedoch unter bestimmten Voraussetzungen möglich sind.
Diese Einordnung war maßgeblich für die Ausrichtung der Machbarkeitsstudie und zeigt, wie wichtig eine frühzeitige behördliche Abstimmung bei der Umnutzung von Krankenhausgebäuden ist.




Variantenentwicklung und Kostenrahmen
Auf Basis der Bestandsanalyse und der rechtlichen Rahmenbedingungen wurden mehrere Varianten für die Umnutzung der Station entwickelt. Diese unterscheiden sich hinsichtlich Eingriffstiefe, Ausstattungsstandard und Kosten.
Für jede Variante wurde eine grobe Kostenschätzung erstellt, um dem Bauherrn eine realistische Entscheidungsgrundlage zu bieten – ein zentraler Bestandteil jeder Machbarkeitsstudie im Gesundheitsbau.

Präsentation der Ergebnisse und Fazit
Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie wurden im Rahmen eines gemeinsamen Präsentationstermins vorgestellt und diskutiert. Dabei zeigte sich deutlich, wie wertvoll eine strukturierte Machbarkeitsstudie zur Umnutzung eines Klinikgebäudes für Entscheidungsprozesse im Bestand ist.
Sowohl fachlich als auch im persönlichen Austausch wurde deutlich, wie angenehm und konstruktiv die Zusammenarbeit zwischen Bauherr, Technik, Stadtplanungsamt und Architekturbüro war. Auch seitens des Bauherrn wurde die Studie als überzeugende und hilfreiche Entscheidungsgrundlage wahrgenommen.
Machbarkeitsstudien sind ein zentrales Instrument, um Chancen, Risiken und wirtschaftliche Auswirkungen von Umnutzungen und Sanierungen im Bestand frühzeitig zu erkennen.
Wir bedanken uns bei den Frankfurter Rotkreuz-Kliniken e.V. für die angenehme und vertrauensvolle Zusammenarbeit.


