Wie entsteht ein guter Grundriss?
- Riza
- 21. Nov.
- 3 Min. Lesezeit
7 Prinzipien, die kaum jemand kennt – und warum sie über die Qualität eines Hauses entscheiden
Ein Grundriss ist weit mehr als das Zeichnen von Wänden und Räumen. Er ist das Herzstück eines Hauses, entscheidet über Atmosphäre, Alltagstauglichkeit, Licht, Wege, Kosten und langfristige Lebensqualität. Viele glauben, ein Grundriss sei eine Frage des Geschmacks. In Wahrheit folgt er klaren architektonischen Prinzipien, die über Jahrzehnte hinweg funktionieren.
Hier zeigen wir, worauf es wirklich ankommt – und warum gute Grundrisse immer das Ergebnis von Erfahrung, Funktionalität und präzisem Zuhören sind.
1. Zuhören statt Schablonen – jede Familie lebt anders
Der wichtigste Schritt passiert vor der ersten Linie: verstehen, wie Menschen leben. Ein Paar mit Homeoffice braucht andere Lösungen als eine vierköpfige Familie. Ein Grundriss wird erst gut, wenn er Lebensgewohnheiten in Form übersetzt. Darum beginnen wir jede Planung mit Fragen:
Wo halten Sie sich tagsüber am meisten auf?
Welche Abläufe sind Ihnen wichtig?
Wie viel Rückzug brauchen Sie?
Wie soll sich Ihr Leben in den nächsten Jahren verändern?
Ein guter Grundriss entsteht aus dem Leben, nicht aus Standardtabellen.
2. Wege müssen stimmen – intuitive Orientierung im Alltag
Wege entscheiden darüber, wie stressfrei ein Haus funktioniert. Ein klarer Grundriss hat:
kurze Verbindungen zwischen Küche – Essen – Vorrat
direkte Wege zwischen Eingang – Garderobe – WC
logische Anordnung von Schlafzimmern und Bad
getrennte, aber nahe Liegeräume bei Kindern
Fehlplanungen (z. B. lange Flure oder Durchgangsräume) kosten später Platz und Geld.
3. Licht führt – nicht die Wand
Licht ist der wichtigste architektonische Baustoff. Ein guter Grundriss orientiert sich darum zuerst nach Sonne und Aussicht, erst danach nach Wänden.
Wichtig:
Wohnräume im Süden oder Westen
Schlafräume eher im Osten
Nebenräume im Norden
Fassadenöffnungen dort, wo Lichtqualität am stärksten ist
So entsteht Atmosphäre statt dunkler Kompromisse.

4. Platz sparen ohne zu verzichten – intelligente Flächenplanung
Jeder Quadratmeter kostet mindestens ca. 2.500 € Baukosten. Ein guter Grundriss ist großzügig, ohne groß zu sein. Er nutzt Fläche so, dass:
keine toten Ecken entstehen
Flure minimiert werden
Räume mehrfach nutzbar sind
Möbel sinnvoll gestellt werden können
Ergebnis: weniger Fläche, mehr Qualität – und spürbar geringere Baukosten.
5. Zonierung schafft Ruhe – Räume brauchen eine Hierarchie
In einem guten Grundriss gibt es klare Bereiche:
öffentliche Zone (Kochen, Essen, Wohnen)
halbprivate Zone (Homeoffice, Gäste)
private Zone (Schlafen, Kinder, Bad)
Diese Zonierung sorgt für Ruhe, Privatsphäre und natürliche Struktur – ganz ohne zusätzliche Wände.
6. Flexibilität mitdenken – Häuser leben mit ihren Bewohnern
Ein Grundriss sollte nicht nur heute passen, sondern auch in 10 oder 20 Jahren:
Kinderzimmer werden zu Arbeitszimmern
Homeoffice wird wichtiger
Barrierefreiheit gewinnt an Bedeutung
Wandstellungen müssen anpassbar sein
Wir planen Grundrisse so, dass sie mitwachsen – statt später teuer umgebaut zu werden.
7. Möblierbarkeit entscheidet – noch vor dem Bauantrag
Einer der häufigsten Fehler: Grundrisse wirken auf dem Papier großartig, funktionieren aber nicht im Alltag. Darum arbeiten wir früh mit Möblierungsplänen, die zeigen:
Passt ein großes Sofa wirklich hinein?
Kann man am Esstisch gut sitzen?
Gibt es Platz für Schränke ohne Laufwege zu blockieren?
Lässt sich das Schlafzimmer sinnvoll möblieren?
Nur so entsteht ein Alltag, der nicht improvisiert werden muss, sondern intuitiv funktioniert.
Warum das so wichtig ist
Ein guter Grundriss spart Geld, schafft Atmosphäre, erleichtert Abläufe und gibt einem Haus langfristige Qualität. Er macht den Unterschied zwischen „man wohnt hier“ und „man lebt hier“.
Wir entwickeln Grundrisse, die auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind – funktional, ästhetisch, effizient und durchdacht bis ins Detail.



